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Zuckerwurzelauch: Wassermerk, Klingelrüblein, Gierlein, GritzelmöhreSium sisarum Doldenblütler Diese chinesische Topfpflanze, die wegen ihrer aromatischen essbaren Wurzel gezüchtet wurde, brachten Händler der Alten Welt nach Rom, und Kaiser Tiberius schätzte sie so hoch, dass er sie anstelle von Tribut entgegennahm. Im 16. Jahrhundert wurde Zuckerwurz nach Nordeuropa gebracht als "das köstlichste aller Wurzelgemüse". Perennierend und sich schnell vermehrend wurde sie für Bauern zur wertvollen Ernte.
Eigenschaften: Ausdauernde Staude, wird zwischen 80-170cm hoch, mit weißen Kronblättern, Blüte Juli-August; Wurzelgemüse mit kleinfingerdicken Wurzelbündeln, frosthart. Anbau: Aussaat im Februar oder im September nach Vorquellen des Saatgutes, 4 Wochen Keimdauer einberechnen, im Abstand von 20cm pflanzen oder durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren. Die Wurzeln der geteilten Pflanzen sollen schneller zum Verholzen neigen, die neu ausgesäten liefern zartere Wurzeln als ältere Pflanzen. Wenn die Pflanze 4 oder 5 Blätter besitzt, verpflanzt man sie im Reihenabstand von 30cm bzw. in der Reihe mit 30cm Abstand. Es bilden sich Wurzelbündel aus etwa 10-15 kleinfingerdicken Teilwurzeln, die etwa 15-30cm lang werden und sehr leicht abbrechen können. Das Innere der Wurzeln ist weiß. Ernte ab Herbst. Die Zuckerwurzel kann über Winter auf dem Beet verbleiben oder in Sand eingeschlagen gelagert werden. Die Wurzeln sind solange verwendbar, bis sich daran noch keine neuen Triebe gebildet haben. Verwendung: Die mehligen, süß schmeckenden Wurzeln werden nur gebürstet und roh verzehrt oder in Milch bzw. Brühe gekocht oder in der Pfanne ausgebacken gegessen. Sie können auch wie Möhren oder Schwarzwurzeln zubereitet werden. Die Zuckerwurzeln besitzen einen holzigen Mittelstrang, den man nicht mitessen kann. Am besten sollte man ihn schon bei der Zubereitung entfernen oder nach dem Kochen herauslösen. Rezept: 50g dünne Kürbisstreifen und 100g Zuckerwurz in einer Pfanne mit Butter dünsten, je nach Gaumen mit etwas Gemüsebrühe ablöschen. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer oder Chilli abschmecken und Sonnenblumenkerne drüberstreuen. Geschichte: Die alten Ägypter sollen aus der Wurzel Bier gebraut haben. Die Zuckerwurz wurde seit dem Mittelalter in unseren Breiten angebaut. In einer Zeit, als Zucker für viele Menschen noch unerschwinglich war, stellte sie einen begehrten Zuckerersatz dar und war gleichzeitig als Gemüse hoch geschätzt. Außerdem verwendete man sie zur Sirupgewinnung, geröstet als Kaffeeersatz oder zu Branntwein vergoren. In der Heilkunde wurde Zuckerwurz als Mittel gegen Schwindsucht und Tuberkulose eingesetzt. Nach Einführung der rentableren Zuckerrübe bzw. der leichter lager- und verarbeitbaren Kartoffel wurde das Gemüse aus dem Garten verdrängt. Rezept-Idee: Kochen, anschließend 2 Minuten in Butter rösten und dann mit Pfeffer bestreuen oder kochen, danach in einen Teig aus Mehl, Eier und wenig Salz tauchen, mit Pfeffer bestreuen und in Butter backen. |